Freitag, 5.6.2026, Anreise Southampton, England
Nina bringt uns heute zum Hannover HBF, weil der ENNO auf der Strecke in Lehrte Probleme hat. So steigen wir pünktlich um 7:41 in den Sprinter (ICE), der uns mit nur einem Halt in Ffm HBF in gut 2,5Std direkt zum Frankfurter Flughafen bringt. Top. Ab in den LH Flieger und schon sind wir in knapp 2Std in London Heathrow. Nun noch schnell ein UBER Taxi per App ordern und schon checken wir im MOXY Hotel in Southampton ein.
Ein kleiner Abendspaziergang und ein Bier vorm Zubettgehen sollen uns gut schlafen lassen…
Samstag, 6.6.2026, Checkin CELEBRITY APEX
Um 8h Ortszeit wachen wir auf – perfekt! Ein Croissant vom Restaurant und einen selbstgebrauten Kaffee im Zimmer sollen zum Frühstück reichen, bevor wir uns zu Fuss auf den kurzen Weg zum Schiff machen.
Die Koffer werden uns sofort abgenommen, wir checken per I-Pad ein und gehen direkt an Bord, bereits um 10h30h! Die Apex (aus der Edge-Klasse) gehört zu unseren Lieblingsschiffen; wir freuen uns sehr, wieder hier zu sein und fühlen uns gleich wohl und zuhause.
Die APEX (Bj 2020) kann max. 3385 Passagiere (2910 bei Doppelbelegung) aufnehmen, diesmal sind genau 2849 Gäste aus 39 Nationen an Bord (davon nur 9 Deutsche). 306 m lang, 39 m breit bei 8 m Tiefgang misst das Schiff bei einer Tonnage von 129.500 mit Höchstgeschwindigkeit von 24 Knoten.
Das wunderschöne Interieur ist bestückt mit ausgefallenen Skulpturen, Kunstgegenständen und Gemälden, fantasievollen Designermöbeln und vielen Bars, Restaurant, exklusiven Spezialitätenlokalen, Theater etc. Besonderes Highlight ist das Eden, ein „verwunschener Garten“ über drei Decks mit Wandelgang an der Panoramafensterfront und mystischen Shows am Abend oder Lifemusik zwischendurch, extravaganten Drinks und einem speziellen Restaurant machen diesen Cocon so besonders.
Vom Aussenbereich erzähle ich euch an einem Tag.
Ihr seht, auch wenn man mal keine Lust auf einen Ausflug hat, gibt es viele Möglichkeiten an Bord…
Zuallererst stossen wir mit einem Schampus an auf eine schöne Cruise – das machen wir immer so, auch wenn es noch ganz schön früh am Tag ist…
Heute herrscht „Englandwetter“, also viel Zeit zum Auspacken und kundig machen, Kaffeetrinken und durch die grossen Fensterfronten den unzähligen Möwen im Hafen beim Segeln zuschauen…
Von den 4 Hauptrestaurants kann man sich eines aussuchen und ohne Zeitfenster zum Dinner gehen – wir entscheiden uns für das Cosmopolitan, mit einem Teil typisch amerikanischem Essen im Menue.
Sonntag, 7.6.2026, Seetag
Wider aller Voraussagen und aller Erwartungen entpuppt sich unser erster Seetag als sonniger Pooltag! Perfekt für eine Lesestunde am obersten Sonnendeck oder für eine Mußestunde im wunderschönen Rooftop Garden, ein echtes Highlight der Edge Klasse-Schiffe: üppig begrünte Kübel, palmenartige Eisenskulpturen, gemütliche Loungemöbel, eine kleine Bühne für Lifemusik und eine Leinwand für evtl. Filme oder Sportevents. Und natürlich mit Getränkeservice und dem Panoramablick aufs Meer…
Morgens waren wir zum Cocktailempfang für Captains Club Member, wo Captain Panos mit seinen Gästen auf eine schöne Cruise anstößt, Lifemusik gespielt wird und man einfach mit anderen Gästen plauscht und bekannt wird.
Am Chick Abend hübschen wir uns auf, geniessen ein indisches Dinner und erzählen mit netten Tischnachbarn aus Schottland, bevor wir im Theater eine gelungene One-Man-Show mit Will Martin anschauen.
Montag, 8.6.2026, Haugesund, 9-17Uhr
Haugesund – oder heute Re-gensund – ist der einzige Hafen dieser Cruise, den wir nicht kennen – aufgrund von Dauerregen jedoch sind wir nur runter vom Schiff und nach 5 Minuten wieder rauf; das hat einfach keinen Zweck! Vielleicht nehmen wir später am Tag noch einen zweiten Anlauf…
Direkt vorm Schiff fahren Hopp on hopp off Busse ab sowie ein Bähnle (35 Euro).
Als Heimat der Wikinger Könige ist Haugesund reich an norwegischer Historie, ist eine charmante Küstenstadt im Südwesten Norwegens, die sich als „junge Stadt in alter Schale“ präsentiert. Als Wiege der Wikingerkönige verbindet die maritime Metropole faszinierende Geschichte mit einer lebendigen Kulturszene mit vielen Festivals und direkter Nähe zur spektakulären Naturlandschaften.
Die Stadt Haugesund ist überschaubar, fußgängerfreundlich und bietet einiges an maritimem Flair. Die Hafenpromenade (Indre Kai) ist das lebendige Herz der Stadt, an dem sich zahlreiche Restaurants und Cafés aneinanderreihen. Die Haraldsgata ist die zentrale Einkaufsstraße der Stadt, welche nach Angaben der Einheimischen die längste Fußgängerzone Norwegens ist. Die Umgebung ist von tiefen Fjorden, Inseln und malerischen Stränden geprägt. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist der mächtige Wasserfall Lang Foss, der sich spektakulär über 600 Meter in die Tiefe stürzt.
Der Boknafjorden im Süden, im Norden der Eingang zum berühmten Hardanger Fjord – und in der Nordsee im Westen jede Menge idyllischer Inseln.
Tja, belesen hab ich mich über Haugesund, aber runtergegangen vom Schiff sind wir nicht noch einmal – der Regen wurde immer stärker! Wir haben uns für den Spa Pool entschieden und gelesen, geschwommen und dem Trommeln der mächtigen Regenschauern gelauscht…
Beim Dinner heute im Normandie Restaurant erzählen wir ein wenig mit netten Nachbarn und am Abend begeistert von der CARAVA Show im Club, eine Zirkus-Varieté Schow mit dem EDEN-Cast – topp!
Und tatsächlich tanzen wir später in der Martini Bar zur Musik der House Band NU IMAGE…
Dienstag, 9.6.2026, Flam, Aurlandsfjord, 8-16Uhr
Der 400-Seelen-Ort Flam liegt ganz am Ende des Aurlandsfjord der wiederum vom grossen Sognefjord abzweigt.
Verträumt zwischen leuchtend grünen Hügeln, wolkenverhangenen, schroffen Bergen und mystischen Nebelschwaden liegen anschaulich kleine Holzhäuser, Wasserfälle und der altehrwürdige Bahnhof
mit Museum über den Bau der weltsteilsten Eisenbahnstrecke: 20 Jahre lang wurde gebaut, 20 Tunnel durch Granitfelsen gebohrt, ehe die Flambahn 1940 in Betrieb genommen wurde. Während der imposanten Fahrt bis Myrdal auf 867 m Höhe stoppt der Zug einmal, um vom Gesang und Tanz einer Waldfee zwischen den Felsen und Bäumen verzaubert zu werden.
Die Bahnfahrt haben wir schon während einer früheren Tour gemacht, so spazieren wir heute durch das Dorf und am Fjord entlang bis zu einem kleinen Leuchtturm, weiter durch den Ort an einem hübschen weissen Hotel vorbei, vor dem üppig weisser Flieder blüht. Alles wirkt total friedlich und der Welt entrückt.
Später suchen wir den kleinen Aegir BrewPub auf, der im altnordischen Wikingerstil mit Treibholz, Drachenköpfen und einem 9m hohen Kamin erbaut wurde – sehr urig und besonders. Natürlich trinken wir eines der verschiedenen hier gebrauten Biere (auch Sampler gibt’s im Angebot) – schmeckt sogar mir als Nichtbiertrinker 😉
Am Nachmittag um 16h verlässt die Apex den kuschligen Hafen von Flam, um auf dem gleichen langen Weg durch den Aurlandsfjord und den Sognefjord zurück zur Nordsee zu gelangen, den wir am sehr frühen Morgen hierhergenommen hatten.
Im Raw on 5 essen wir heute Abend Sushi, da freuen wir uns schon den ganzen Nachmittag drauf…
Köstlich, köstlich waren Knuspershrimps und Sushi Rolls – das wiederholen wir auf jeden Fall.
Den Abend verbringen wir mit einem Kurzbesuch im Theater, bei Lifemusik im Eden oder der Martini Bar…
Mittwoch, 10.6.2026, Olden, Nordfjord, 7-15Uhr
Eingeschmiegt am Ende des Nordfjords liegt Olden in einer Schlucht zwischen steil aufragenden bewaldeten Bergen, schroffen, schneebedeckten Felsen und Gletschern in dramatischer Szenerie unter den Lichtspielen eines verhangenen Himmels. Das Fjordwasser schimmert grün, glasklar, glatt wie ein Seidenschal…
Meist kleine Häuser kuscheln sich in sanft grüne Hügel und breiten sich in Fjordnähe aus. Wir wandern in Richtung der Olden Kirche, erbaut 1759 in typisch norwegischer Architektur aus Holz mit Buntglasfenstern. Zwischendurch erreichen wir einen Fluss, der gespeist von mehreren Wasserfällen wild in den Fjord fließt. Über kleine Pfade erreichen wir alte Holzplankenstege, hüpfen rüber und nüber und freuen uns, dass wir hier ganz alleine sind in dieser herrlicher Natur.
Wir wandern über 9 km und werden nicht müde, uns an der Ruhe und Beschaulichkeit zu erfreuen…
Bei früheren Olden-Besuchen (2010 mit der X Constellation) hatten wir eine Tour zum Briksdalen Gletscher unternommen und dabei das besondere Ereignis des Gletscherkalbens erlebt. Der Briksdalen Gletscher ist 22km entfernt der Jostedalsbreen Glacier nur 15km. Für viele Besucher ein Muss; oder vlt. lieber eine E-Bike-Tour…
Um 15h bereits laufen wir aus Olden aus; wir sitzen an der grossen Panoramafront der Eden Lounge, freuen uns über hellen Sonnenschein, da sieht alles noch schöner aus. Langsam zieht die Apex durch den Nordfjord hinaus bis wir gegen … wieder die offene See erreichen.
Bisher hatten wir Glück mit dem Wetter: obwohl ein breites Regenband uns begleitet, waren unsere Unternehmung – bis auf Haugesund – von angesagtem Dauerregen verschont, sogar die Sonne schaffte es immer mal für einen Lichtblick…
Am späten Nachmittag gibt’s im Eden Theater schon mal eine kleine Kostprobe, von der heutigen Abendshow, worauf wir schon gespannt sind. Doch erstmal geniessen wir jetzt die Ausfahrt aus dem Nordfjord mit bestem Blick und einem Gläschen Champagner…
Donnerstag, 11.6.2026, Seetag, Überquerung des Polarkreises
Juhu, die Sonne ist da – und sie begleitet uns den ganzen Tag! Dem etwas kühlen Wind trotzen wir mit warmen Sweatshirts bis abends um 5h die Arctic Circle Cérémonie am Pooldeck zu begehen (wir überqueren den Polarkreis auf dem 67. Grad nördlicher Breiten, wo die Sonne nicht untergeht – und somit auch nicht auf, denn sie immer da!) Eine Fanfare leitet die Feierlichkeit ein, alle Passagiere sprechen eine angesagten Schwur des Kreuzfahrtdirektors nach. Jeder, der mag, bekommt eine blaue Nase aufgetippt als Zeichen echter Nordlichter – auch beim Dinner erscheint der eine oder andere stolz mit seiner blauen Nase.
Heute essen wir im Tuscan Restaurant. Die vier Hauptrestaurant unterscheiden sich in etwa 6 landestypischen Gerichten, die es täglich gibt, die Hauptkarte ist in allen vieren gleich, verändert sich täglich. Zusätzlich gibt es neuerdings ein Chefs Special.
Die Headliner Showtime bestreitet heute ein lebhafter Power-Pianist und Sänger mit seiner Rockmusik bekannter Weltstars. Ausserdem ist heute die Fussball WM-Eröffnungsfeier und das erste Spiel von Mexiko:
Freitag, 12.6.2026, Tromso, 10-18Uhr
Schon der Einzug durch den Fjord nach Tromso am Morgen bei sonnigem Wetter und blauem Himmel besticht durch malerisches Panorama – viele Urlauber kommen hierher um die Nordlichter und die Arctic Cathedral – oder Eis-Kathedrale – zu sehen.
Unser Schiff parkt heute nicht direkt in der Stadt, sondern etwas ausserhalb, da ist der Einsatz eines (kostenfreien) Shuttlebusses hilfreich – die Fahrt dauert nur 15-20 min. – der uns im Zentrum absetzt. Von hier marschieren Bernd und ich los am Hafen entlang zur 1.036m langen (36m Durchfahrtshöhe für Schiffe) Tromso Brücke um auf die andere Stadtseite zu gelangen zur Ice Kathedrale. Sie sieht ein wenig aus wie ein Eisberg, zeigt im Innern ein wunderschönes, buntes Bleiglasfenster – ein Kunstwerk. 9.95 NKR/ ungefähr 10 Euro kostet der Eintritt.
Weiter spazieren wir zum Ticketcounter der neuen Seilbahn (war vor ein paar Jahren ein Sessellift und kostet ca. 50 Euro pp) um ganz nach oben auf den Fjellheisen Berg zu liften: oh wow – spektakulär, fantastisch, phänomenal, unglaublich schön ist die Aussicht von diesem Outlook – oder wie Bernd einfach sagt: Hammer, Hammer, … Die Farben ziehen den Blick an mit blauem Himmel und blauem Wasser zwischen in den Höhen verschneiten Bergen, grünen Hügeln und weissen Ortsansammlungen, immer wieder von Bäumen und Gärten durchzogen – ein echtes Postkartenmotiv liegt uns zu Füssen. Man kann sich nicht sattsehen… We are overwelmed.
Jetzt wandern wir den ganzen langen Weg wieder zurück ins Zentrum, gönnen uns einen Espresso auf einer Aussenterrasse und wackeln beseelt von diesem schönen Tage zum Shuttlebus (das klappt übrigens super bei so vielen Menschen).
Zuhause erfrischt uns eine kräftige Dusche – jetzt haben wir uns wirklich einen Aperitif verdient!! Und der schmeckt jetzt doppelt gut nach unserem gut 9km Marsch. Und dann überlegen wir zum Dinner ins Raw on 5 zu gehen – Sushi und asiatische Spezialitäten sind grad richtig.
Im Theater sehen wir heute den Tree of Life – die Jahreszeiten bezaubernd getanzt und gesungen, ergänzt von einem unglaublichen Artistenpaar.
Wonder at Eden: Night of Dreams lockt immer viele Zuschauer an, so auch uns…
Samstag, 13.6.2026, Honningsvag, Nordkap, 7-16Uhr
Regen, Regen, Regen – und da wir den nördlichsten Zipfel Europas mit seinem riesigen Globus aus Eisen schon mehrfach besucht haben, machen wir einfach einen Tag an Bord im überdachten Spa Pool Bereich und hören zu wie kräftige Schauern eine Melodie auf die Dachkuppel trommeln…
Später zeigt uns ein Mitreisender ein Foto von seiner Nordkap-Exkursion: nicht ist zu sehen, nur Nebel – also haben wir nichts verpasst…
Sonntag, 14.6.2026, Seetag, Überquerung des Polarkreises
Ein wunderbarer Sonnentag wird uns beschert für diesen Seetag mit Überquerung des Polarkreises auf unsere Rückreise. Klar weht eine kühle Briese, aber es gibt ja Wolldecken.
Und weil die Sonne so schön auf den Magic Carpet schein gönnen wir uns hier einen Aperitif – oder auch zwei…
Und nach dem Dinner schauen wir in der Sport Bar das WM Deutschlandspiel gegen Curacao 7:1
Und wir tanzen noch in der Martini Bar…
Montag, 15.6.2026, Molde, 10-20Uhr
Molde, die Stadt der Rosen, erwartet uns mit bestem Wanderwetter, dicht bewaldete insgesamt 222 Hügel und Berge laden dazu förmlich ein. Aussichtspunkte finden sich an allen Pfaden und Wegen, denn der Blick von oben auf den glitzernden Fjord ist immer wieder ein Verweilen oder Fotografieren wert.
Wir spazieren durchs Städtchen zum Rosen-Dachgarten des Rathauses – ist allerding noch zu früh/zu kalt im Jahr, die unzähligen Knospen sind noch nicht aufgeblüht. Weiter führt unser Weg zum Romsdal Museum, einem Museumdorf – sehr sehenswert, aber uns bekannt – und weiter bergan, wo zwei Ponys auf einer Wiese grasen – hier treffen wir eine Norwegerin mit ihren zwei Töchtern (alle drei sehen gleich aus) und verfallen in eine nette Unterhaltung. Ein Stück weiter steigen wir noch hinauf, kehren dann um, treffen die drei wieder mit einer Australierin von der Apex und gehen jetzt bergab zum Molde FK Aker Fußballstadion (12.000 Bes.), das leider geschlossen ist, wo aber eine Mannschaft trainiert. Am Pier entlang kommen uns 9 Zweier-Kajaks entgegen, die gegen die Strömung ankämpfen und uns fröhlich zuwinken.
Erst am Abend um 20h wird unser Schiff wieder ablegen – also viel Zeit auch für Ausflüge oder Touren…
Wir dinnern heute im Cypres Restaurant und skippen die Headliner Show im Theater.
Dienstag, 16.6.2026, Alesund, 8-18Uhr
Um 08.30h sollten wir in Alesund festmachen, aber unser Kapitän ist immer etwas früher da, also ist das Schiff schon vorher von den Behörden „gecleared“ und alle Passagiere können von Bord gehen.
Vorm Frühstück gehen wir wieder eine halbe Stunde zum Gym, da schmeckt es hinterher noch besser. Dabei sehen wir schon erste Wanderer die Serpentinen-Treppe zum Aksla Berg hinaufgehen.
Wir spazieren also durch die Stadt Alesund, die nach einem verheerenden Brand 1904 völlig zerstört und im Jugendstil/Art Nouveau Stil sehr hübsch komplett wieder aufgebaut wurde. Die Stadt erstreckt sich auf mehreren Inseln, die entweder mit Brücken oder Tunneln verbunden sind. Das maritime Leben und die teils dramatische Natur ergeben ein perfektes Postkartenpanorama.
Die Apex liegt der Altstadt zu Füßen, so ist es nur ein kurzer Weg zum Parkeingang für den Aufstieg zum Fjellstua (Berghütte). 418 Stufen erklimmen wir auf eine Höhe von 189m – klar, ab und zu legen wir eine Verschnaufpause ein, aber es ging leichter als gedacht – und oben angekommen posieren wir stolz am Gipfelkreuz für ein Foto 😉 Die Aussicht ist phänomenal, erst recht jetzt, wo die Sonne die Wolken beiseite geschoben hat. Die Inselchen der Stadt liegen verstreut wie Pompons im ruhigen Fjordwasser, weisse Häuser mit hellgrauen Dächern, hübsch wie Puppenstuben leuchten zwischen grünen Flecken – dafür lohnt sich jeder Aufstieg! Natürlich könnte man auch per Bähnle oder Hopp on hopp off Bus herkommen…
In die Berghütte kehren wir ein für Snack und Getränke – der Abstieg wieder über die Stufen ist keine grosse Sache – trotzdem erwarten wir morgen Muskelkater.
Wir spazieren durch die Fussgängerzone mit Cafés und Shops, allesamt einladend im schlichten skandinavischen Design, gradlinig und elegant. An der Fjordpromenade entlang begegnen wir allen Sprachen dieser Welt“, sehen Kajakfahrern zu oder mutigen Schwimmern, die nach einem Saunagang ins eiskalte Wasser springen.
Gegen 15h kommen wir zurück an Bord, schreiben Tagebuch im Eden mit Blick auf Alesund die Costa Diadema, die vor uns geparkt hat.
Nach dem Dinner schauen wir im Theater dem Entertainer Gareth Oliver zu, bleiben aber nicht bis zum Schluss. Danach gehe ich Bernd zuliebe mit zum WM-Schauen in die Sports Bar The Craft & Social: Frankreich: Senegal = 3:1
Mittwoch, 17.6.2026, Geiranger, 7-15Uhr
Früh am Morgen zieht die Apex wie von Geisterhand gezogen in den Geiranger Fjord ein, einen der dramatischsten Fjorde unserer Cruise. Sooo viele Passagiere stehen zu dieser Nachtschlafenszeit bereits auf den Aussendecks an der Reling in Erwartung der Sieben Schwestern und des Brautschleiers/Bräutigam, der beiden beeindruckenden und wohl bekanntesten Wasserfälle Norwegens. Wassermassen stürzen sich tosend die steilen Felswände hinunter, teilen sich in mehrere schleierhafte weisse Gischt. Heisser Kakao wird angeboten, die Leute unterhalten sich leise, fast andächtig, Fotoapparate und Handykameras klicken, wollen den Lichterzauber des Sonnenaufgangs festhalten… Immer wieder ist dieses Schauspiel ein Erlebnis – besonders wenn das Wetter mitspielt, die Sonne über die tiefen Felsschluchten steigt und sich im dunkelgrünen Fjordwasser spiegelt; einfach wundervoll.
Manch einer schreitet warm eingehüllt von Backbord nach Steuerbord, andere noch in Bademantel und Jacke drüber. Als wir den Ort Geiranger erreichen, wird eine mobile Gangway als Schiffsanleger ausgefahren, über den wir später die Apex verlassen (hab ich noch nirgendwo anders gesehen). Unser Captain macht schon vor halb acht die Leinen fest, wie immer etwas vor der Zeit…
Ein kräftiges Frühstück soll uns unterstützen bei unserer geplanten Wanderung bis zur Vesteras Hütte auf 320m Höhe um eine norwegische Waffel zu essen. Na, dann mal los:
Quer durch den Ort spazieren wir zum Auslauf des Wasserfalls, steigen unzählige Stufen an tosenden, Gischt pustenden Kaskaden hinauf bis zum Geiranger Fjord-Museum, dort nehmen wir den Weg zum Storsetter Wasserfall (550m Höhe), den wir schon mehrfach bis ganz hinauf geklettert sind. Heute aber begnügen wir uns mit der Waffelhütte auf der Mittelstation, das ist für uns mit zunehmenden Alter schon ganz schön beschwerlich, geht’s es doch beständig steil bergauf über dicke Felsstufen oder Geröllwege. Immer wieder bleiben wir stehen zum Durchatmen, geniessen dabei die Aussicht tief ins Tal und den Fjord. Nach etwa eineinhalb Stunden belohnen wir uns mit der gewünschten frischen Waffel mit Erdbeermarmelade und Schmand – typisch norwegisch – lecker!
Der Abstieg dauert natürlich nicht so lange und führt uns zur kleinen Kapelle auf einer Anhöhe über dem Dorf, etwas zurück zum Museum (das wir uns für evtl. Schlechtwettertage bei einem nächsten Besuch aufheben) und dann die vielen Stufen am Wasserfall hinunter bis zum Weg mit Cafés und Lokalen, vorbei an Shops, wo wir für unsere Schwägerin Karin eine kleine Erinnerung mitnehmen, weil wir an ihrem Geburtstag unterwegs waren.
Zurück an Bord gegen halb drei gönnen wir uns einen Schampus und einen Snack an der Sunset Bar auf Deck 15 mit letzten Blicken auf Geiranger – ununterbrochen hat uns die Sonne begleitet an diesem perfekten Tag mit viel Aktivität und Panorama!
Natürlich stehen wir zur Fjordausfahrt um 15h an oberster Reling, um dieses doch emotionale Spektakel noch einmal zu verfolgen, jetzt mit brodelnder, bereits erlebter Stimmung um uns herum.
Den ganzen Nachmittag über segeln wir durch den breiter werden Fjord, niedrigen, bewaldeten Bergen, kaum noch Felsen oder Schnee. Morgen Früh wegen wir den südlichen Zipfel Norwegens erreichen und diese zerklüftete Fjordwelt der westlichen Küste Norwegens verlassen.
Heute geniessen wir ein köstliches Dinner in Cypres Restaurant (Pork… hmmm), wo wir den super Service geniessen, uns mit den Kellnern plaudern und verwöhnt werden – wie überall auf der Apex. Wir schauen ins Theater, dann zur Sports Bar The Craft & Social und gehen zeitig nach Hause, wo Bernd Fussball (Portugal:Kongo) schaut und ich beim Lesen einschlafe – der Tag war ganz schön anstrengend; aber so schön!
Donnerstag, 18.6.2026, Seetag
Tja, so schnell geht’s! Der letzte Seetag ist angebrochen. Die Sonne scheint, kalter Wind fegt über die Decks, da schreibe ich doch gemütlich im Eden am Tagebuch, schaue zwischendurch auf die blaue Nordsee, und nichts als die Nordsee – wunderbar.
Chick Night ist angesagt, zum Dinner gibt’s u.a. Lobster (Hummer), Filet Wellington, baked Alaska etc. Ein Zauberer im Theater performed, wir entscheiden uns aber für die Celebrity Showtime at the Club: Caravan mit dem Cast der Eden Production Show – ein gelungener Mix aus Circus und Varieté.
Freitag, 19.6.2026, Zeebrügge, Belgien, 10-17Uhr
In Brügge bzw. dessen Hafen Zeebruegge waren wir schon mehrfach. Brügge ist wunderschön zu besuchen (Shuttlebus) mit seinen gepflasterten Gassen und einladenden Draussenlokalen; Trüffelpralinen und Schokolade sind ebenso beliebte Mitbringsel wie edle Spitze und Klöppelei. Seebrügge dagegen hat uns nicht so gefallen; die Strandpromenade ist zugeknallt mit hässlichen Appartement-/Hotelblocken, hat halt nicht so‘n Flair. Und deshalb bleiben wir an Bord, machen einen auf leger und freuen uns über das fast leere Schiff bei herrlichstem Sonnenschein und erstmalig Temperaturen über 23 Grad!
Auf dem Magic Carpet – einer unserer Lieblingsplätze – nehmen wir beim Auflaufen um 17 Uhr einen Aperitif und gönnen uns zum Abschied ein Dinner im Raw on 5 bei Sushi, Sashimi und crispy Shrimp …
Und endlich sehen wir (nach vielen Einzelkünstlern) wieder eine Production Show im Theater: Rockumentary – eine Wahnsinns-Show, mitreissend, powervoll dargeboten vom neuen Celebrity Cast an Bord (ist erst ihre 2. Show an Bord nach vorherigen Proben in Miami). Die Sänger performen stimmgewaltig oder soft, die Tänzer synchron und artistisch; Rocksongs von Elvis, Beatles über Tina Turner bis Queen und viele mehr – fantastisch. Gerne hätten wir noch eine Show mehr von dem Cast gesehen, aber diesmal gab‘s leider die beiden.
Und dann müssen die gepackten Koffer bis 22h vor der Kabinentür stehen, damit sie morgen in aller Frühe von Bord in die Cruiseporthalle gebracht werden können. Es ist eh Zeit zu Bett zu gehen, denn morgen klingelt der Wecker schon um 6h…
Samstag, 20.6.2026, Southampton, Urlaub vorbei, Heimreise
Oh ja, ich bin richtig müde, weil ich mal wieder nicht viel geschlafen haben – aber das schaffen wir schon…
Für ein kleines Frühstück im Buffetrestaurant reicht die Zeit, dann lesen wir ein letztes Mal beim verlassen der APEX unsere Ship Card im Bordcomputer ein und werden somit ausgecheckt – vorbei die Reise! Ein Bus bringt uns nach London zum Airport, der Lufthansaflieger startet mit leichter Verspätung gegen halb zwölf und bringt uns nach Frankfurt. Zweieinhalb Stunden verbringen wir im Airport zum Teil bei Mc Donalds und auf dem Bahnsteig. Wieder steigen wir in den Sprinter ICE von Ffm Airport Regionalbahnhof (!), der nur in Ffm Hauptbahnhof hält und dann durchsaust bis Hannover – super! Mit dem Enno geht’s dann bis Meinersen, wo unsere Tochter schon das Auto bereitgestellt hat – perfekt. Es ist jetzt 22.15 Uhr am Samstag Abend, viele gucken das WM Deutschlandspiel gegen die Elfenbeinküste; das schauen wir uns jetzt natürlich auch an!
Kleine Zusammenfassung: Immer wieder eine Reise wert ist die zerklüftete norwegische Küste mit unzähligen Fjorden, Gletschern, unendlicher Natur mit heimeligen Orten. Mehrfach waren wir bereits hier, auch bis zum Nordkap, wo wohl jeder einmal am nördlichsten Zipfel Europas stehen möchte, was mehr einem Gefühl huldigt als der Aussicht auf Felsen im arktischen Meer…
Bis auf zwei Orte (Haugesund und Nordkap) besuchten wir jeden Hafen, stets verbunden mit langen Spaziergängen oder anstrengenden Wanderungen bei dafür bestem Wetter. Die APEX ist ein wunderschönes Schiff mit grossem Wohlfühl-Faktor, Super Service und vielen Unterhaltungsmöglichkeiten, der es da so viele gibt, dass für jeden etwas dabei ist: Sport, Tanz, Quizzes, Malen, Weinproben, Vorträge etc., etc…
Manch einer sucht sich Reisen nach Zielen aus, für uns, da wir schon viel gecruised sind, ist wichtig ein schönes, möglichst neues Schiff zu nehmen, denn auch das kann das Ziel sein…
Wer weiss, wo es uns demnächst hintreibt, aber ganz sicher wird das bald sein. So long also, happy cruising

